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die Regelschulen müssen verbessert werden

            

 

Miteinander  Leben Lernen mahnt die konsequente Umsetzung der inklusiven Bildung an, statt weiteren Ausbau der Förderschulen im Saarland.

Der heutige Artikel der Saarbrücker Zeitung „Saarländische Förderschulen platzen aus allen Nähten“ offenbart ein strukturelles Versagen der saarländischen Bildungspolitik. Miteinander Leben Lernen kritisiert: statt die seit Jahren überfällige, flächendeckende Umsetzung inklusiver Bildung voranzutreiben, leistet sich das Saarland ein teures und überholtes Doppel-System von Förder- und Regelschulen. Dies steht im eklatanten Widerspruch zu den Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK), die Deutschland 2009 ratifiziert hat und die ein inklusives Bildungssystem für alle Kinder vorschreibt. Studien zeigen, dass inklusive Bildung nicht teurer sein muss als das Separationssystem, wenn die Mittel gezielt in die Ausstattung der Regelschulen fließen.

„Es ist verständlich, dass Eltern, die für ihre Kinder das Beste wollen, sich für Förderschulen aussprechen. Eltern, die sich für Förderschulen entscheiden, tun dies jedoch oft weil sie sich sorgen, dass ihre Kinder in Regelschulen nicht die nötige Unterstützung erhalten.“ so die Vorsitzende des Vereins Miteinander Leben Lernen, Manuela Spies. „das zeugt doch davon, dass die Umsetzung der inklusiven Bildung bisher nur unzureichend und halbherzig erfolgt ist“. Viele Eltern, so die Erfahrung in der Vergangenheit, fühlten sich unzureichend unterstützt und müssten für die Aufnahme ihrer Kinder in die Regelschule häufig kämpfen.

Miteinander Leben Lernen fordert seit Jahrzehnten, Regelschulen so auszustatten, dass sie alle Kinder willkommen heißen können. Die 2015 in Kraft getretene saarländische Inklusions-verordnung war ein richtungsweisender Schritt – doch ohne ausreichende Ressourcen, Fortbildungen und verbindliche Umsetzung bleibt sie ein leeres Versprechen. Förderschulen werden weiter ausgebaut, die Kompetenzen fehlen in den Regelschulen. Das ist nicht nur rechtlich fragwürdig, sondern auch bildungspolitisch kurzsichtig, unökonomisch und sozial ungerecht.

Viele Regelschulen scheuen sich, Kinder mit Förderbedarf aufzunehmen – nicht aus Unwillen, sondern aus Unsicherheit und Überforderung. Die notwendigen Beratungs- und Unterstützungs-strukturen fehlen jedoch flächendeckend.

MLL appeliert:

  • die UN-BRK endlich konsequent umzusetzen
  • die Mittel aus dem Separationssystem in die Ausstattung der Regelschulen umzuschichten,
  • flächendeckende Beratungs- und Unterstützungsangebote für Schulen und Eltern zu schaffen,
  • die Ressourcen aus dem „Startchancenprogramm“ (auch die, die in die Förderschulen geflossen sind), konsequent für den Aufbau inklusiver Strukturen einzusetzen.
  • die Lehreraus- und -fortbildung im Bereich inklusiver Pädagogik massiv auszubauen.
  • Statt des weiterhin unökonomischen Ausbaus zweier Systeme, Bündelung der Investitionen im Bildungsbereich um so zukünftig ausreichend barrierefreie und inklusionsgerechte Grund- und weiterführende Schulen zur Verfügung zu stellen; dies würde auch den klammen Kassen der Schulträger entgegenkommen.

Inklusion ist kein Luxus, sondern ein Menschenrecht. Es ist an der Zeit, dass das Saarland dieses Recht für alle Kinder verwirklicht

Saarbrücken, 20.04.2026